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Vergnüglicher Roman um eine TV-Moderatorin, die vom Waschbecken einer aus dem All stürzenden Raumstation erschlagen und als Ameise wiedergeboren wird. (DR) Kann aus einem solchen Plot nur übelster Klamauk werden oder ist es möglich, daraus einen halbwegs lesbaren Roman zu machen? Die erfolgreiche TV-Moderatorin Kim Lange, der man nachsagt, "über Leichen zu gehen", hat kaum Zeit für ihren liebevollen Mann und ihre süße kleine Tochter, sondern hetzt von Termin zu Termin und bereitet sich gerade auf ihren Auftritt als sehr wahrscheinliche Gewinnerin des Deutschen Fernsehpreises vor. Auf dem Weg dorthin spielt sie mit dem Gedanken, einen attraktiven Kollegen zu verführen, was sie nach der Verleihung des Preises auch in die Tat umsetzt. Doch dann schlägt das Schicksal zu: Sie tritt auf den Balkon ihres Hotelzimmers und wird vom Waschbecken einer aus dem All stürzenden Raumstation erschlagen. Der Schock ist allerdings groß, als sie als wiedergeborene Ameise zu neuem Leben erwacht. Buddha in Form einer Riesenameise erklärt ihr sanft, dass ihr schlechtes Karma diese unvorteilhaften Lebensumstände bewirkt hat. Alle Proteste helfen nichts, Kim wird von einer brutalen Ameisenkommandantin zur Arbeit getrieben. Wir begleiten Kim nun durch wechselnde Existenzformen, in denen sie versucht, gutes Karma anzusammeln. Dies ist wahrlich nicht leicht, ist sie doch meistens in der Nähe ihrer ehemaligen Familie und muss zusehen, wie eine Jugendfreundin ihren Mann immer mehr umgarnt. Von heftiger Eifersucht bedrängt, setzt sie einiges in Bewegung, um das neue Glück zu verhindern, was allerdings dem Ansammeln guten Karmas zuwider läuft. Wie die Geschichte ausgeht, soll hier nicht verraten werden, doch kann man das Buch kaum vor der letzten Seite aus der Hand legen. Dem Autor ist ein flott erzähltes, unheimlich witziges, aber auch warmherziges Märchen für Erwachsene gelungen, womit die eingangs gestellte Frage beantwortet wäre: Es ist möglich, aus einem absurden Plot einen nicht nur halbwegs, sondern sogar sehr gut lesbaren Roman zu machen. *bn* Ingrid Kainzner |