Sibir

Janesch, Sabrina, 2023
Stadtbücherei Korneuburg
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Medienart Buch
ISBN 978-3-7371-0149-3
Verfasser Janesch, Sabrina Wikipedia
Systematik JU - Jugendbücher ab 10 Jahren
Schlagworte Sibirien, Deutschland, Russland, Kindheit, Heimkehr, Verschleppung
Verlag Rowohlt
Ort Berlin
Jahr 2023
Umfang 349 Seiten
Altersbeschränkung keine
Sprache deutsch
Verfasserangabe Sabrina Janesch
Annotation Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Ilse Hübner;
Eine deutsch-russische Familiengeschichte nach 1945. (DR)
»Sibirien - durch das Guckloch kann ich es gut erkennen. Alles, wovon mein Vater erzählt, alles, wovon er schweigt, spielt sich hier gleichzeitig ab...«, so schildert am Beginn des Romans Josef Ambachers Tochter die weitläufige russische Region.
Josef ist zehn Jahre alt, als seine Familie 1945 nach Sibirien verschleppt wird. Vielen deutschsprachigen Familien aus dem damaligen Ostblock widerfährt das gleiche Schicksal: Polen, Ukrainer und auch Russen, die der deutschen Sprachkultur angehören, werden in die Weite der sibirischen Steppe deportiert. Die Menschen, die während des Transports nicht verhungert oder erfroren sind, versuchen sich mit den harten Bedingungen zu arrangieren. Josef verbringt mit seinen Großeltern und seiner Tante zehn Jahre in der kasachischen Steppe.
1955 wird die Familie durch ein Abkommen zwischen Adenauer und Chruschtschow wieder in die alte Heimat zurückgeführt. Sie siedeln sich in Westdeutschland mit anderen Vertriebenen an, in Häusern, die ihnen zugewiesen werden. Das Leben ist nun in vieler Hinsicht leichter. Josef gründet eine Familie und geht einem gut bezahlten Job nach. Doch die Wunden der Vergangenheit sind tief und brechen immer wieder auf. Laila, seine Tochter, leidet sehr darunter und erlebt das Grauen Sibiriens durch die Erzählungen ihres Vaters in ihrer kindlichen Fantasie zwangsweise nach. Ihre Kindheit ist geprägt von den Depressionen des Vaters.
Der Roman wird in zwei Strängen, der des Vaters und der der Tochter, erzählt. Zeitlich reicht die Handlung von der Mitte der 1940er-Jahre bis heute. Die Autorin schöpft aus ihrer eigenen Familiengeschichte, denn auch ihr Vater gehörte zu den deportierten Menschen. Was er ihr nicht erzählen konnte, recherchierte sie sorgfältig. Janesch besuchte das Dorf ihres Vaters in Kasachstan und erhielt so einen direkten Eindruck von der Härte des damaligen Lebens.
Eine außergewöhnliche Darstellung der Zeitgeschichte ohne Schuldzuweisungen und frei von Pathos. Der Stil ist exzellent, die Ergriffenheit, die sich während der Lektüre einstellt, sorgt dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Sehr empfehlenswert.
Bemerkung Katalogisat importiert von: Rezensionen online open (inkl. Stadtbib. Salzburg)
Exemplare
Ex.nr. Standort
12555 JU, Jan

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