Die große Versuchung

Vargas Llosa, Mario, 2024
Stadtbücherei Korneuburg
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Medienart Buch
ISBN 978-3-518-43178-8
Verfasser VARGAS LLOSA, Mario Wikipedia
Beteiligte Personen Brovot, Thomas Wikipedia
Systematik DR - Belletristik
Schlagworte Musik, Kunst, Familie, Familienleben, Lebensfreude, Gitarrist, Peru, Versuchung, Leidenschaft, Nobelpreisträger, Walzer, Peruanischer Walzer, Molfino, Gitarre
Verlag Suhrkamp
Ort Berlin
Jahr 2024
Umfang 301 Seiten
Altersbeschränkung keine
Auflage 1.Auflage
Sprache deutsch
Verfasserangabe Mario Vargas Llosa ; aus dem Spanischen von Thomas Brovot
Annotation Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Sabine Krutter;
Und wenn sich Musik wie Zuckerguss über alle gesellschaftspolitischen Probleme legen und sämtliche Konflikte lösen könnte? Fordernde Quintessenz aus dem Schaffen eines Literaturnobelpreisträgers. (DR)
Kann Musik, insbesondere der Vals criollo, als verbindende Kraft zwischen allen Schichten und Weltanschauungen wirken? Toño Azpilcueta, zwanghaft beseelter Experte für traditionelle peruanische Musik, ist davon nicht nur überzeugt, sondern geradezu besessen: Nach dem Konzert eines begnadeten Ausnahmegitarristen begibt sich Toño auf dessen Spuren und macht sich daran, ein Buch über den Vals zu schreiben, das die Welt mit Sicherheit zum Besseren verändern würde. Vargas Llosa erzählt von Toños Recherche, seiner panischen Angst vor Ratten mit psychosomatischen Auswirkungen, seiner heimlichen Liebe zu einer berühmten Sängerin und seiner geduldigen Ehefrau, die den Unterhalt für die Familie allein stemmen muss. Als die Entstehung des Buches endlich Gestalt annimmt und Toño in einen wahren, wenn auch zerstörerischen Schaffensrausch kippt, werden die Leser*innen für ihre Ausdauer belohnt: Diese Passage, eine selbstironische Reflexion über den oft mühsamen Prozess des Schreibens, zählt zu den stärksten Momenten der Lektüre. Die sachbuchartigen Kapitel dazwischen erläutern die Geschichte der traditionellen peruanischen Musik gründlich recherchiert, mit vielen Aufzählungen von Titeln, Künstler*innen und Abhandlungen. In diesen aus allwissender Perspektive verfassten Kapiteln, die wohl als Ausschnitte von Toños geplantem Roman verstanden werden sollen, wendet sich der Autor immer wieder direkt an seine Leserschaft. Die unerträglichen Wiederholungen und die Beschwörung der alles verbindenden Kraft des peruanischen Walzers weisen aufdringlich darauf hin, dass sich Toños naiver Idealismus gefährlich nah am Wahnsinn bewegt Der glühend-enthusiastische Stil schwappt aber auch über in die eigentliche Handlung des Romans. Mit etwas gutem Willen lässt sich das als ironische Anpassung an die immer wieder gerühmte Huachafería des peruanischen Volkes deuten, die übertrieben gefühlvolle Ausdrucks- und Lebensweise an der Grenze zum Kitsch. Wiederholtes Schwärmen über die glänzenden lebhaften Äuglein seiner heimlichen Liebe (S. 49 u.a.) und die tolle Quittenmarmelade (S. 83 u.a.) ist aber keine Schwachstelle der Übersetzung, sondern einfach nur platt. Selbst wenn es sich tatsächlich um den letzten Roman des Literaturnobelpreisträgers handeln sollte mit Blick auf das meist knappe Bibliotheksbudget will die Anschaffung gut überlegt sein.
Ein Buch für ausgesprochene Fans des Literaturnobelpreisträgers und/oder besonders geduldige Leser*innen.
Bemerkung Katalogisat importiert von: Rezensionen online open (inkl. Stadtbib. Salzburg)
Exemplare
Ex.nr. Standort
2881 DR, Var

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